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Stoppt
Bush und alle anderen Kriegstreiber! Der Krieg in
Afghanistan, an dem auch die deutsche „Schnelle Eingreiftruppe“ (KSK)
beteiligt ist, dauert auf unabsehbare Zeit an. Währenddessen planen die
USA und ihre Verbündeten schon neue Angriffe gegen souveräne Staaten.
Ganz oben auf der Liste der Länder, die mit Krieg überzogen werden
sollen, steht der „Schurkenstaat“ Irak. In den letzten zehn Jahren
haben dort US-amerikanische und britische Kampfflugzeuge Hunderte Tonnen
Bomben abgeworfen, ohne dass die Öffentlichkeit im Norden davon
besondere Notiz genommen hätte. Die Politik der Isolierung und
wirtschaftlichen Strangulierung des Irak hat wahrscheinlich einer
Million Menschen das Leben gekostet. Etwa die Hälfte davon sind Kinder
unter fünf Jahren, die verhungert oder wegen fehlender Medikamente
gestorben sind. Nun planen US-Militärs eine neue Offensive, an dem eine Armada von bis zu 250 000 Soldaten den Irak von Saudi-Arabien, Kuwait und der Türkei aus angreifen soll. Das Ziel dieses neuen
Krieges ist offensichtlich: Für die USA scheint die Zeit gekommen zu
sein, die von Bush senior verkündete „neue Weltordnung“ unter
US-amerikanischer Vorherrschaft einen weiteren Schritt voranzubringen. Außenminister Powell
bereiste die Region, um die Verbündeten der USA auf die
Kriegsvorbereitungen einzustimmen und ihre Unterstützung zu sichern.
Die Ablehnung der Kriegsführungsabsichten der USA im arabischen Raum
war einhellig. Die dort Herrschenden wünschen sich ein massives
Eingreifen der USA gegen ihren Verbündeten Israel, um Scharons Kriegs-
und Vertreibungspolitik gegen die Palästinenser zu beenden. Denn
Scharons Militäreinsätze zeigen den arabischen Massen, für die Bin
Laden mehr und mehr zu einem ‚Volksheld‘ wird, die Überlegenheit
der westlichen Militärmaschinerie und führen zu nie gekanntem Hass auf
Israel, die USA und verbündete Regime in der Region. Auch die Zunahme
der grausamen Selbstmordattentate ist eine Folge von Hass und
Verzweiflung. Im April besuchte der
saudische Kronprinz Abdullah George Bush in Texas, um ihm den saudischen
Friedensplan für Palästina vorzutragen. Dieser sieht die Anerkennung
Israels durch die arabischen Staaten im Fall des Abzugs der Israelis aus
allen besetzten Gebieten vor. Abdullah warnte den US-Präsidenten, eine
weitere massive Parteinahme der USA zugunsten Israels und eine
Fortsetzung des „Krieges gegen den Terrorismus“ im arabischen Raum könnte
zu einem Massenaufstand führen, der die pro-amerikanischen Regime im
Nahen Osten (vor allem die Diktatur von Mubarak in Kairo und die der
Saudi-Dynastie in Riad) in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Der
Thronfolger des Wüstenstaats, auch „arabisches Texas“ genannt, in
dem US-amerikanische Ölkonzerne seit siebzig Jahren ziemlich frei
schalten und walten können, machte der Regierung der USA heftige Vorwürfe:
Sie verstehe die Stimmungslage der arabischen Massen nicht und sie setze
sich über die Interessen der dort Herrschenden hinweg. Die USA warfen
den Saudis ihrerseits massive Unterstützung des islamischen
Fundamentalismus bis hin zur Überweisung von Geldern für Familien von
palästinensischen Selbstmordattentätern und Verstrickung in
terroristische Netzwerke vor. Laut New
York Times sollen die Saudis daraufhin gedroht haben, den USA den Ölhahn
zuzudrehen und die über 600 Milliarden Dollar, die in den USA angelegt
sind, abzuziehen. Angesichts der sich
explosionsartig aufbauenden Spannungen ist eine möglichst breite
Mobilisierung gegen die Kriegspläne der Bush-Administration dringend
geboten. Herrschaft des Empire Der Golfkrieg von
1990/91 markierte das Ende der Illusionen hinsichtlich der Möglichkeiten
einer multipolaren Welt nach dem Ende des Ostblocks. Dieser Konflikt
enthüllte die wahren Kräfteverhältnisse, die sich nicht an den
Zuwachsraten des Bruttosozialprodukts ablesen lassen. Die USA sind heute
die alles dominierende Militärmacht. Unter Bush wurde der Rüstungshaushalt
um 20 Prozent auf nunmehr 421 Mrd. Euro, gesteigert; das ist fast
doppelt soviel wie der gesamte Bundeshaushalt. Der Ex-Sicherheitsberater
Brzezinski schrieb: »Amerika steht in den vier entscheidenden Domänen
globaler Macht unangefochten da: seine weltweite Militärpräsenz hat
nicht ihresgleichen, wirtschaftlich gesehen bleibt es die
Lokomotive weltweiten Wachstums (...); es hält seinen technologischen
Vorsprung in den bahnbrechenden Innovationsbereichen, und seine Kultur
findet trotz einiger Missgriffe nach wie vor weltweit, vor allem bei der
Jugend, Anklang.« Dieses »Reich des
Guten« ist unter Bush/Cheney angetreten, mit allen, besonders aber
militärischen Mitteln seinen relativen wirtschaftlichen Niedergang zu
stoppen und die Welt nach den eigenen Vorgaben neu zu ordnen. Dabei
sollen alle Regime und Bewegungen bekämpft werden, die sich der
Vorherrschaft des Empire unter Führung der USA in politischer,
wirtschaftlicher oder militärischer Hinsicht nicht fügen wollen. Vor
gut zwanzig Jahren verkündete Reagan seinen Kampf gegen das »Reich des
Bösen«. Ein gigantisches Rüstungsprogramm wurde aufgelegt, um den
sowjetischen Kontrahenten totzurüsten. Sogar die schlimmsten Verbrecher
wurden unterstützt, um die Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt
(etwa mittels der Contras in Mittelamerika) niederzumachen. Als neuen Feind hat die
Bush/Cheney-Administration nun Staaten, die nicht auf alle Souveränitätsrechte
verzichten wollen, sowie die Bewegung gegen die kapitalistische
Globalisierung (den neuen Imperialismus) ausgemacht. Wer sich gegen die
Maximen des „freien Welthandels“ und der „Beseitigung aller
Handelshemmnisse“ wehrt, hat mit Sanktionen der internationalen
Finanzinstitutionen, von WTO, IWF und Weltbank zurechnen. Doch diese
Institutionen werden vom reichen Norden und vor allem den USA
kontrolliert, wie Brzezinski offenherzig feststellte: »Als Teil des
amerikanischen Systems muß außerdem das weltweite Netz von
Sonderorganisationen, allen voran die internationalen
Finanzorganisationen, betrachtet werden. Offiziell vertreten der
Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank globale
Interessen und tragen weltweit Verantwortung. In Wirklichkeit werden sie
jedoch von den USA dominiert, die sie mit der Konferenz von Bretton
Woods im Jahre 1944 aus der Taufe hoben.« Wer die »corporated globalization«, die Globalisierung unter Führung der USA, der EU und der internationalen Konzerne, bekämpft, hat mit einer Kriegsansage von Seiten der USA zu rechnen. Der britische Historiker Eric Hobsbawm konstatierte: »Die US-Regierung zielt nicht primär auf die Sicherung der Rohstoffe. Sie will die Weltherrschaft.« Und wenn die ökonomische Beherrschung an möglichen Konkurrenten oder renitenten Staaten scheitert, dann muss die größte Militärmacht, die die Erde je gekannt hat, auf den Plan treten. Dagegen müssen wir uns mit aller Kraft wehren! Friedensbewegung und GlobalisierungskritikerInnen haben allen Anlass, in Berlin gemeinsam gegen Bush zu demonstrieren und ein Bündnis gegen alle Kriegstreiber, auch in Europa, aufzubauen!
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